Kerstin & Michael Waldvogel von Otzberg
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Kloster Haina: Regesten und Urkunden bis A.D. 1300

Auszüge aus den Urkunden und Regesten des Klosters Haina zu Familie Waldvogel

Quelle : Regesten und Urkunden des Klosters Haina

122      Ziegenhain/Lotheim [um 1240]'

Konrad vonMarburg vertauschte demKlosterHaina mitZustimmung seiner Kinder seinen Besitz in Holzbach— Eigentum und Güter, die er von Wigand Vraz und seinem Bruder Bruno Buchsorge zu Lehen trug — gegen eine Hufe in Heistersrheid (Heitersceit), den Hof in Schrecks­bach (Screkesbach) am Kirchhof samt Zubehör und eine Hufe in Aste‑rode (Alstenrode). Nach Verkauf und Verzichtleistung Konrads im Haus Ritter Gisos in Ziegenhain (Cigenhagen) gaben in Konrads eige­nem Haus Ehefrau und Kinder vor den gleichen Zeugen ausdrücklich ihre Zustimmung. Die Brüder Wigand und Bruno ließen die Güter ihren Lehnsherren Konrad von Itter und seinem Brudef Hermann gen. Pen­zeler (Bonze) auf. Konrad von Itter vollzog die Ubergabe an das Klo­ster im Hof (grangia) Lotheim, wo auch die Auflassung erfolgte; seine damals abwesenden Söhne stimmten der Handlung ihres Vaters nach­träglich im Master zu. Konrads Bruder Hermann bedrängte das Kloster später wegen der Güter, leistete aber dann, da er damals weder Ehe­frau noch Söhne hatte, nach Zahlung einer halben Mark in der Kloster­kirche Verzicht. — Zeugen in Ziegenhain beim Verkauf: Wigand Vraz und sein Bruder Bruno Buchsorge, Konrad von Wintersdieid, ]Hein‑rieh] Kobold (Cobollo), Ludwig Waldvogel (Waltfogel), Rudolf von

Heckershausen  (Hekerstmsen), und der Klosterkellner Konrad von Hörnsheim (Her)esheim); in Lotheim: Heinrich Pampls, Anton von

Goddelsheim (Godelohesheim) und sein Bruder Anton von Erbenhau­sen (Erbenhusen); Bruder Konrad von Hörnsheim, Klosterkellner, und Bruder Volkmar, Konverse. — [Ohne Datum].

Bericht des Güterverz,, K 232, S. 12£.— Vgl. unten, Anhang VII.

Konrad von Itter, der Bruder Hermann Penzelers, wird bis 1242 genannt und ist 1245 tot. Um 1240 erscheinen sowohl Konrad von Marburg wie die meisten der sonst Beteiligten in Hainaer Urkunden. Vgl. auch das unmittelbar anschließende Stück des Gülerveneirhnisses (zu Nr. 126).

 

157      <vor 1246)'

Die Grafen Gottfried und Bertold von Ziegenhain, Brüder, bekun­den, daß Abt Johann und der Konvent zu Haina den halben Zehnten zu Niedergrenzebadr (Grinzenbach inferior) und ihre sämtlichen Güter ebd. sowie zu Momberg (Mumberg)a und Kaltbach (Calpach)' gegen Uberlassung des Zehnten zu Langendorf, eines Gutes ebd. und der unteren Mühle zu Gemünden an der Wohra (Georunden faxta fluminem qui dicitur Waraha) an Ritter B[runol von Wintersdteid (Wint<..... )f t) vertauscht haben, und geben dem Tausch ihre erforderliche Zustim­mung. — Zeugen: (Ludwig) von Widdersheim (Wetersheim), Konrad von Mo(mberg....... Heinrich) Kobold, Ludwig Waldvogel......>. — <Siegler: die Aussteller[?]). — (Datum[?j).

A. Ausf., Perg., größere .Teile durch Moder zerstört, Reste aufgeklebt. —Urspr. anh. Sg. fehlen. — Vgl. Inventar R 84, Nr. 682.

Die Hälfte des Zehnten zu Niedergrenzebadr (Grinzenbach inferiori) hatten laut Bericht des Güterverz. Wigand Vraz und Bruno Bugsorge zu ihrem

Seelenheil dem Kloster übertragen. Ihre Lehnsherren, die Brüder Heinrich und Eberhard von Uttershausen (Otershusen), stimmten zu und erhielten dafür vom Kloster 4 Mark. Die beiden Söhne Ritter Brunos leisteten mit ihrer Mutter

in ihrem Haus in Ziegenhain Verzicht. Zeugen: Giso [von Schredrsbarhj, Kon­rad von Wintersdreid (Winiersceit) und sein Bruder Bruno, Edrehard Cupelin,

[Heinrich] Kobold (Coboldus), Ritter. Hee strenge facfa est in domo Brunonis qui dicitur Bugsorge in Cigenhagen. (K 232, S. 12; vgl. unten, Anhang VII)%.

In der hier vorangehenden, stark zerstörten Zeile waren evt, noch weitere Ortsnamen genannt. Das Inventar gibt jedoch ebenfalls nur die noch erhaltenen Namen.

Das Datum ist zerstört und war bereits 1702 nicht mehr zu entziffern. Abt Johann wird jedoch nur in den Jahren 1240‑45 genannt; 1236 erscheint letztmalig sein Vorgänger Wigand, 1246 der Nachfolger Werner. Für den Erwerb der Güter in Kaltbach und Momberg vgl. oben, Nr. 43.

351      Ziegenhain 1261 Apr

Rudolf von Hedrershausen (Hekershusen), seine Ehefrau Lut und ihr Sohn Hermann verkaufen dem Kloster Haina für 24 Mark Güter in Merzhausen (Meinhardeshusen) mit allem Zubehör an H usw., dazu ihre Hörigen (nobis [..] attinentes) Konrad von Wiej4V und zwei Kinder seines Bruders Hermann, Konrad und (... (Her)mann von Merzhausen und Hermann von Schwaizenborn (S cenburnen). — Zeugen: Graf Ludwig [von Ziegenhain]; Rüdiger, bau zu Ziegenhain; Bruno von Gerwigshain (Gerwiges(.....)), 1 rad von Rommershausen (R(u)mershusen), Ludwig Waldvogel (Vlel) und seine vier Söhne, Gerlach Truchseß von Ruhlkirchen (Ru­dcerichen), Bruno Trudiseß von Heimbach, Hermann von Rüdcers-

usen (Rukershusen), Volpe(rt von Kirtorf), H(einridt) von Obenrod venrede), Ritter und Burgmannen zu Ziegenhain. — Siegler: die

afen Ludwig und Gottfried von Ziegenhain. — Acta sunt hec apud genhagen ante domum auriiabri a. gr. 1261, leria secunda proxima

st diem palmarum.

Ausf., Perg., durch Moder besch. und aufgeklebt. — Urspr. beide Sg. an uze 2. roten) Seidenfäden anh. 1. fehlt; 2. DreiedcSg. Graf Gottfrieds (wie zu Nr. 293). — Vgl, auch zur Ergänzung der besch. Textstellen, Inventar R 84, Nr. 389,

 

395      Ziegenhain 1263 Juni 4

Graf Ludwig von Ziegenhain bekundet, daß Konrad Krug (Crog) und seine Ehefrau Berta samt ihren Kindern sowie Hedwig, Ehefrau Heinrichs von Obenrod (Avenrod), und ihr älterer Sohn Konrad ge­samter Hand Einkünfte von 15 Schilling, 5 Viertel und 1 Ifinezr Hafer im Dorfe Rode (Rode) dem Kloster Haina übereignet haben. Falls Konrad Krug das Kloster durch Ankauf, Tausch oder sonst von der jährlichen Rente zu befreien vermag, die es den Söhnen seiner Schwe­ster von Wildenberg (Mildenberg)2  schuldet, soll er im Austausch da­für die Rente in Rode zurückerhalten. — Zeugen: Rüdiger, Kaplan des Grafen; [Konrad(, Pleban zu Bisrhhausen (Bischopeshusen)3; Ludwig Waldvogel (Waltfogel), Heinrich von Obenrod, Bruno von Heimbach, Heinrich von Rommershausen (Rumershusen), Hermann von Rückers-

hausen (Rockershusen), Wigand von Momberg, Volpert Waldvogel, Ludwig Riedesel (Rithesel) und sein Bruder Wortwin, Ritter; Rudolf,

Ditmar und Ludwig, Edelknechte; auch Ritter Konrad von Leimsfeld (Lumesveu). — Siegler: der Aussteller. — Acta sunt hec Cygenhagen ante capellam a. d. 1263, vigilia Bonilacii.

A. Ausf., Perg. — Depos. — Sign.: Num. 758. — Urspr. abh. Sg. fehlt. — Vgl. Inventar R 84, Nr. 1044.

Regest: Becker, Riedesel II BUB.), Nr. 5, 5.3.

t ,Limev" oder „linmez" (_ .Leinmaß"), ein in Niederhessen früher ver­breitetes Getreidemaß zu 4 Metzen oder lL• Scheffel; vgl. u. a. F. C. Vilmar, Idiotikon von Kurhessen (1868), S. 250 L

2 Die Urkunde setzt irrtümlich: Mildenberg. Die Brüder Hartrad und Sieg­fried [von Wildenberg] werden bereits 1253/54 (Nr. 214, 237) als Srhwester­söhne der Brüder Konrad und Rudolf Krug genannt.

Vgl. unten, Nr. 419.

 

430      1264 Dezember 29 Graf Gottfried von Ziegenhain (Chygenhain) bekundet, daß Kon­rad Krug, seine Ehefrau Berta und ihre Kinder Rudolf, Bruno, Wigand,

Konrad, Gerlad; Herdein, Eckehard, Berta und Hedwig in seiner Ge­genwart auf alle Ansprüche gegen das Kloster Haina wegen des ganzen Zehnten zu Winterschefd (Winterscei() nebst Zubehör verzichtet haben. Sie haben gelobt, bei Strafe der Exkommunikation an diesem Verzicht

festzuhalten. Er selbst billigt das Handeln des Konrad Krug und seiner Angehörigen wie auch des Grafen Gottfried von Reichenbarh1 in die-

ser Sache und überträgt dem Kloster Haina sein eigenes Anrecht an den Zehnten. — Zeugen: Wigand Vraz, Bruno von Heimbach, Konrad von Heimbach, Konrad von Leimsfeld (Lumensvelt), Gerlach von Ruhl­kirchen (Ru)enkirchen), Konrad von Rommershausen (Rumershusen), Heinrich von Obenrod (Abenrode), Volpert Waltvogel, Denhard von

Heimbach (Hembach), Bruno Menkele, Herdein von Ruhlkirchen, Wi­gand Waltfogel und Ludwig Waltvogel. — Siegler: der Aussteller. ‑

Acta sunt hec [ ... ] a. d. 1265, 4. kalendas ianuarii.

A. Ausf., Perg. — Depos. — Sign.: Num. 990. — Urspr. abh. Sg. fehlt. 1 Vgl. Nr. 431 mit Anm. 1.

 

482      Treysa 1266 Oktober 18

Graf Ludwig von Ziegenhain überträgt ein Viertel des Zehnten zu Grenzebach (Grintzenbach), das sein Burgmann Ritter Bruno von Heimbadr (Hembach) und dessen Ehefrau Adelheid von ihm zu Lehen trugen, auf deren Bitten dem Kloster Haina zu ewigem Besitz. — Zeu­gen: Wigand Fraz, Konrad von Rommershausen (Rumershusen), Diet­rich von Linsinger. Gerlach von Ruhlkirchen, Ortwin Riedesel (Ridhe­sei), Ditmar von Gleimenhain (Glimenhan), Konrad von Leimsfeld (Lu­mesfelde), Bruno von Willingshausen (Willingeshusen), Ritter Wi­gand Waltfogel, Otto Slentweke; Ditmar Srhultheih, Rudolf gen. Floy‑ gen und sein Sohn. — Siegler: der Aussteller. — Acta sunt hec in Treyse a. d. 1266, in die Luce ewängeliste.

A. Ausf., Perg., wegen Moders aufgeklebt. — Urspr. abh. Sg. fehlt. — Vgl. Inventar R 84, Nr. 662.

Drudr: Kudienbeder, Analecta Hass. XI, 5.151 f.

Regest: Becken, Riedesel U (UB.), Nr. 8, S. 4.

 

496      Treysa 1267 Mai 4

Die Grafen Ludwig und Gottfried von Ziegenhain bekunden, daß Ritter Gerlach von Ruhlkirdren (Rulenkirchen) und seine Ehefrau Jutta ihr Recht an der Mühle zu Röllshausen (Rey)ishusen) samt einer Wiese am Graben (cireum fossatum) mit Zustimmung ihrer Kinder an das Kloster Haina verkauft haben, und geben als Lehnsherren ihre Zu­stimmung. — Zeugen: Wigand Fraz, Konrad von Rommershausen (RU­mershusen), [Konrad] Krug (Crt c), Bruno von Heimbach, Heinrich von Obenrod (Abenrod), Ditmar von Gleimenhain (Glimenhain), Konrad von Leimsfeld (Lumansfelt), Hermann von Rückershausen (Rukerhu­sen), Wigand Plucscerph a, Bruno von Willingshausen (Willegeshu­sen), Dietrich von Linsingen, Wortwin Riedesel (Rithesel), Ritter; Heinrich von Uttershausen (Otershusen), Ditmar Bizyget, Wigand Wolthfugel, Otto Slintwecke, Konrad Fleminch; Wigand Wolf (Lupus), Wigand Borhoch. — Siegler: die Aussteller. — Acta sunt hec in Treise ante ostium ecclesie a. d. 1267, feria quaria post inventionem sandte crucfs.

A. Ausf., Perg., wegen Moders aufgeklebt. — Rüdrv. (14. Jh.): de molendino in Reilshusen ei prato circum fussam. — Urspr. anh. Sg. fehlen. Regest: Becker, Riadesel I1 (UB.), Nr. 9, S. 4 (Lesefehler).

a Becker liest irrt.: Plueselorph.

 

528    Ziegenhain 1269 Februar 6

Lutgard, Witwe Ritter Alberts von Rieden (Riden), und ihr Sohn Albert verkaufen dem Kloster Haina ihre sämtlichen Güter zu Sebbe­terode (Sigewarterode) mit allem Zubehör zur Beleuchtung der Hospi­talskapelle vor Fronleichnam (ante corpus dominf nostri Iesu Christi). Sie verzichten gemeinsam mit Konrad gen. Krug (Cruch), dem Oheim (avunculo) der Ausstellerin, und seiner Ehefrau Berta, sowie mit Zu­stimmung seiner Kinder; Konrad und sein Sohn Rudolf geloben Währ‑Schaft. — Zeugen: Bruder Konrad von Lohre (Lare), der die Schenkung entgegennahm; Bruno von Heimbach (Hembarh), Heinrich von Oben­rod (Obinrode), Volpert Schwertzell (Swercil), Hermann von Rüdrers­hausen (Rucershusen), Ortwin Riedesel (Ridesel), Ritter Arnold Hayne, Arnold Walt(ogil, sein Bruder Ludwig, Konrad gen. Sezephant und Heinrich von Obenrod, Wäppner. — Siegler: die Grafen Ludwig und Gottfried von Ziegenhain (Ciginhan). — Actum in Cigenhan a. d. 1269, in die cinerum.

A. Ausf., Perg. — Depos. — Sign., Nun,, 841. — Beide Sg. anh. 1. RundSg. Graf Ludwigs, geänderter Stempel, besdh., 5 cm, Ziegenadler, U.: + S LVDE­WICI COMITIS DE CIGINHAGEN.

Regest: Becker, Riedesel II BUB.), Nr. 11, 5.5.


529   Ziegenhain 1269 nach Februar 22

Ritter Gerlach von Ruhlkirdren (Rulekirchen) und seine Ehefrau Jutta vertauschen dem Kloster Haina mit Zustimmung ihrer Kinder ihre sämtlichen Güter in Odcenbachr  (Okinbach) bei der Kirche zu Schönberg (Sconinberg) mit allem Zubehör gegen Güter des Klosters

zu Willingshausen (Willfgeshusen) und Röllshausen (R(. .>leshusen) zuzüglich 8 Mark Silbers. — Zeugen: Konrad, Pleban zu Scbrecksbadr (Screkisbarh); Konrad Krug (Cruch), Bruno von Heimbach, Heinrich von Obenrod (Avenrod), Volpert Schwertzell (Swercil), Hermann von Rüdcershausen (Rokirshusen), Ortwin Riedesel (Rithesel), Bruno von Willingshausen (Willigeshusen), Ritter Wigand, Arnold und Ludwig Waltvogel, Brüder, Arnold Hain (Hagene), Johann und Konrad von Wernswig (Werneswich), Heinrich Schleifras (Slegevraz), Rudolf Krug, Wäppner. — Siedler: die Grafen Ludwig und Gottfried von Ziegen­hain. — Actum in Cigenhan a. d. 1269, post cathedram sancü Petri.

A. Ausf., Perg., durch Moder besch. und aufgeklebt. — Urspr. anh. Sg. fehlen. — Vgl. Inventar R 84, Nr. 434,

Regest: Becker, Riedesel Il (UB.), Nr. 13, 5.5 (verkürzt.

1 Evt, der heutige Wohnplatz Trockenbadr in der Gemarkung Röllshausen?

 

575      Neuenburg 1271 Juni

Graf Ludwig von Ziegenhain und seine Gemahlin Sophia über­tragen die Güter zu Loshausen (Lazhusen), die sie Dietrich von Lin­singen zu Eigen (proprietatis iure) gegeben hatten, auf seine und seiner Ehefrau Hedwig Bitten dem Kloster Haina. — Zeugen: Bruder Konrad von Loire (Laxe); Heinrich von Obenrod (Obinrode), Ditmar von Glei­menhain (Gliminhan), Ludwig Riedesel (Ritesheles) und sein Bruder Ortwin, Ritter Ludwig Waldvogel (Waltfogiles), Truchseß des Grafen (noster), und seine Brüder Wigand und Arnold. — Actum in Nalinburg, menge Juno a. d. 1271.

A. Ausf., Perg., wegen Moders aufgeklebt. — Urspr. abh. Sg, (wohl des Gra­fen) fehlt. — Vgl. Inventar R 84, Nr. 659,

Druck: Kud eabedrer, Analecta Hass. XI, S. 162 (lückenhaft). Regest: Becker, Riedesel II (UB.), Nr 13, S. 5.

 

583      Treysa 1272 Mai 5

Graf Ludwig von Ziegenhain (Ciginhan) bekundet, daß Gerlach von Ruhlkirchen seine sämtlichen von Ziegenhain lehnsrührigen Güter zu Röllshausen(Reilshusen) samtZubehör mitEinwilligung seinerSöhne und Töchter an Denhard von Heimbach (Hembach) verkauft hat. Er erteilt dem Verkauf die erforderliche Zustimmung, belehnt Denhard und dessen Schwager Kraft von Hatzfeld (Hapisieit) mit den Gütern und erklärt, daß er einen künftigen Erwerb der Güter durch das Klo­ster Haina billigen und die Güter dann dem Kloster übereignen werde. — Zeugen: Konrad Krug (Cruch), Konrad von Leimsfeld (Lumisfeld), Hermann von Rückershausen (Rukirshusen), Rupert von Schredcsbach (Screkisbach), Ritter Ludwig Waltvogil Truchseß des Grafen, Kon­rad gen. Fr(az), sein Bruder Wigand, Rudolf Krug, Bruno gen. Buc­sorge, Wäppner; Rudolf gräflicher Schultheiß zu Treysa, Hermann gräflidrer Schultheiß zu Neustadt (de Nova civitate). — Siegler: der Aussteller. — Actum in Treyse, feria quinta post dien apostolorum Philippi et Iacobi a. d. 1272.

A. Ausf., Perg., durch Moder besdi., aufgeklebt. — Urspr. an Fäden anh. Sg. fehlt. — Vgl. Inventar R 84, Nr. 603.

 

622      Ziegenhain 1275 Mai 17

Konrad von Stockhausen (Stochusen) und seine Ehefrau Gertrud verkaufen mit Einwilligung ihrer Kinder ihre sämtlichen Güter zu Salmshausen (Salmanshusen) mit allem Recht und Zubehör an das Klo­ster Haina. Da die Güter als Erbe von Gertruds verstorbenem Ehemann Volpert [Waldvogel] ihr und ihren noch unmündigen Kindern Volpert und Gertrud zustehen, verbürgen sich die Vatersbrüder der Kinder, Wigand, Arnold und Ludwig Waldvogel (Waltvoglie) durch einen in die Hände Heinrichs von Obenrod (Obinrode) geleisteten Eid dafür, daß die Kinder bei Erreichen der Volljährigkeit Verzicht leisten wer­den; falls sie das verweigern, werden die Brüder und Denhard von Heimbade (Hembach) sich in Treysa (Treyse) als Bürgen stellen, bis dem Kloster Genugtuung geschieht. — Zeugen: die Plebane und Prie­ster Ludwig Scholle (Scollo) zu Grenzebach (Grinzinbach) und Wigand [Krug] zu Ziegenhain; Ludwig Riedesel (Ridesel), sein Bruder Ortwin, Ritter; Arnold gen Hayne, Rudolf gen. Snabil, Wäppner. — Siegler: Graf Ludwig von Ziegenhain. — Acta Bunt hec in Ciginhan a. d. 1275, feria sexta ante ascensionem domini.

A. Ausf., Perg., wegen Moders aufgezogen. — Urspr. abh. Sg. fehlt. — Vgl. Inventar R 84, Nr. 433.

Regest: Becker, Riedesel II (UB.), Nr. 17, 5.61.

 

674      Ziegenhain 1278 November 19

Volpert, Sohn Volpert Waldvogels (Waltvogiles), und seine Schwester Gertrud verkaufen gesamter Hand mit ihrer Mutter Gertrud ihre sämtlichen Güter in Salmshausen (Salmanshusen) samt Zubehör für 20 Pfund an das Kloster Haina.1 — Zeugen: Wigand, Pleban )zu Ziegenhain]; Konrad Krug (Cruch), Heinrich d. A. von Obenrod (Obin­rode), die Brüder Wigand, Arnold und Ludwig gen. Waldvogel, Oheime des Ausstellers, die Brüder Ludwig und Ortwin gen. Riedesel (Rid

esele), Denhard vonHeimbach(Hembach), Ritter; Arnold Hain (Heyne), Wigand Fraz, Bruno Bucsorge, Rudolf Snabil, Wäppner. — Siegler: Graf Gottfried von Ziegenhain. — Actum in Ciginhan ante templum J?j, a. d. 1278, in die sancte Elizabeth.

A. Ausf., Perg., wegen Moders aufgeklebt. — Urspr. abh. Sg. fehlt. — Vgl. Inventar R 84, Nr. 429.

Regest; Bether, Riedesel II (UB.), Nr. 20,5.7.

r Vgl. bereits oben, Hr.622.

 

675      Ransbach/Treysa 1278 November 21

Ludwig von Marburg verpflichtet sich, von zwei Äckern in der Feldmark Rengershausen (Rengershusen) und im Tal (in volle pati­bili),die er vonAbtHeinrich unddemKonvent zuHaina auf Lebenszeit zur Bebauung erhalten hat, jährlich den sechsten Teil des Fruchtertrags und dazu den Zehnten zu geben; die Äcker fallen nach seinem Tode unter Ausschluß seiner Erben an den Klosterhof in Rengershausen zu­rück. — Zeugen: Konrad Krug (Cruch), Ludwig Waltfogel, Denhard von Heimbach (Hembuch), Ritter; Wigand Münzer (Monetarli), Rudolf Floige, Konrad Wibel. — Siegler: die Stadt Treysa. — Acta surrt hec in Ramesbach ei in Treise a. d. 1278, in vigllla Cecilie virginis.

A. Ausf, Perg., aufgezogen. — Urspr. abh. Sg. fehlt

680     Ziegenhain 1279 Juni 13

Ludwig gen. Waldvogel (Waltvogil) und seine Ehefrau Hedwig vermachen die jährliche Rente von je 2 Mauern Korn und Hafer, die das Kloster Haina ihnen von ihren Gütern zu Salmshausen (Salmans­husen) und den Gütern Bruder Brunos zu Willingshausen (Wflligis­husen) zu geben schuldig war, dem Kloster für die Küche des Kon­vents. Ludwig erhält dafür auf Lebenszeit die oberen Güter des Klo­sters in Grenzebadr (Grinzinbnch) r,  für die nach Landsiedelart ein Zins von 2 Pfund Wachs zu geben ist; die Guter fallen nach seinem Tod unter Ausschluß seiner Ehefrau, seiner Kinder und anderer Erben an das Kloster zurück. — Zeugen: Heinrich von Obenrod (Obinrode), Ludwig von Marburg, Wigand und Arnold Brüder des Ausstellers, Ortwin Riadesel (Ridese)) und Denhard von Heimbadr (Hembach), Rit­ter. — Siegler: Graf Gottfried von Ziegenhain, — Actum in Ciginhan a. d. 1279, idus funii.

A. Ausf., Perg., wegen Moders aufgezogen.— Urspr.abh. Sg. fehlt. Regest: Becker, Riedesel 11 (UB.), Nr. 21, S. 7.

' Niedergrenzebach; vgl. unten, Nr. 844.

 

684   1279 November 12‑17

Ruzo und seine Ehefrau Adelheid übereignen zu ihrem Seelenheil ihre sämtlichen Güter in Heidelbach und in Hole bei Ehringshausen (Iringeshusen) samt Zubehör dem Kloster Hafna, Die Ubertragung ge­schah zumachst in Salmshausen (Salmanshusen) bei der Kirche, zum zweiten Mal in Haina zur Zeit des Ablasses (tempore indulgencie) und letztmalig in Heidelbadr, wobei Konrad von Lohre (Lore) das Kloster vertrat. —Zeugen in Salmshausen: Gerlach von Biedenfeld (Bidenfelt), Konrad von Urff (Urphe), Dietrich von Linsingen und die drei Brüder [Wigand, Arnold und Ludwig] Waldvogel (Waltfogele); [in Heidel­bach?]: Wigand von Sdrredrsbach (Sereekesbach) und Reinhard von Altenburg (Aldenburg) Hermanns Sohn, Edle; Konrad, Gunther, Ger­lach H[enri?]ei; Konrad von Grebenhafn (Grifenhain). — Siegler: die Stadt Alsfeld (Aifesfelt). — Actum a. d. 1279, inlra octavam sancti

Martini.

A. Ausf., Perg., wegen Moders aufgezogen. — Urspr. anh. Sg. fehlt.

 

695      Treysa 1280 November 2

Graf G[ottfried] von Ziegenhain bekundet, daß Arnold gen. Hain (Hayne) zwei Teile des von Ziegenhain lehnrührigen Zehnten zu Ren­gershausen (Rengershusen), deren einen er durchErbteflung, den ande­ren durch Kauf von seinem verstorbenen Bruder Hartmann erworben hatte, gesamter Hand mit seiner Ehefrau und mit Zustimmung seiner Erben an das Kloster Haina verkauft hat. Die Brüder Bruno und W(i­gand] gen. Buchsorgen haben ihre Anrechte an diesenZehnten ebenfalls an das Kloster verkauft. Der Graf erteilt seine erforderliche Zustim­mung und überträgt die ihm von den Beteiligten aufgelassenen Stücke dem Kloster zu ewigem Besitz. — Zeugen des Verkaufs: Heinrich, Notar des Grafen; Dietrich von Linsingen, Hermann von Rückershau­sen (Rukershusen), Ludwig Waltlogil, Ortwin Riedesel (Ridesel), Hein‑rieb von Obenrod (Obenrode), Ritter; Wigand Vielf (Lupus), Konrad Münzer (Monetarius) und sein Sohn Wigand. — Siegler: der Ausstel­ler und die Stadt Treysa. — Datum In Treyse a. d. 1280, in die omnium animarum.

A. Ausf., Perg., wegen Moders aufgeklebt — Beide Sg. an rot‑gelben Seiden­fäden anh. 1. RundSg. Graf Gottfrieds, neuer Stempel', 5,8 cm, Ziegen­edler mit aufgelegtem geteiltem Brustschild, darin oben &zackiger Stern, U.: + S' COMITIS GODEFRIDI DE CIGENHAJN; 2 RundSg. der Stadt Treysa (wie zu Nr. 561). besdr. — Vgl. Inventar R 84, Nr. 421.

Regest: Wendr, Hess. Landesgesch. II, UB., 5. 215, Anm. — Becker, Riedesel II (UB.), Nr.22, S. B.

Graf Gottfried IVI.] hatte zunächst das Sg. seines Vaters weiterbenutzt; vgl. oben, Nr. 619, 642 f.

 

699  Treysa 1281 Januar 5

Hermann von Rüdcershausen (Ruchershusen) und seine Ehefrau Lisa bekunden, daß ihr Streit mit dem Kloster Haina über die Güter Hermanns und Juttas von Rölishausen (Reylshusen) in Röllshausen (in eorum villa) durch sdriedsridrterliche Vermittlung geschlichtet wor­den ist: Sie leisten mit Zustimmung ihrer sämtlichen Kinder auf ihr

Anrecht an diese und andere dem Kloster von ihnen früher verkaufte Güter in üblicher Form Verzicht (abrenunciavimus cum eftestucatione debita). — Zeugen: Konrad gen. Krug (Cruk) d. A., Heinrich von Oben­rod, die Brüder Ludwig und Ortwin gen. Riedesel (Riddesel), die Brü­der Wigand und Ludwig gen. Waltfogel, Ludwig gen. von Marburg, Ritter; Wigand gen. Fraz und Rudolf Krug, Schwiegersohn des Ausstel­lers, Wäppner; Konrad Münzer (Monetarius) und sein Sohn Wigand, Rudolf Flouge, Konrad Wibel, Schöffen zu Treysa. — Siegler: Graf Gottfried von Ziegenhain und die Stadt Treysa. — Datum et actum publice Treyse a. d. 1281, in vigilfa epiphanie domini.

A. Ausf., Perg., durch Moder besdt und aufgezogen. — Urspr. beide Sg. an h. 1. (neu befestigt) RundSg. Graf Gottfrieds (wie zu Nr. 695) 2. fehlt. — Vgl. Inventar R 84, Nr. 557.

Regest: Becker, Riedesel II (UB.), Nr. 23, S. B.

 

716 /    Treysa 1282

Bruno und Wigand gen. Buchsorge. Brüder, verkaufen gesamter Hand und mit Zustimmung ihrer Ehefrauen Hedwig und Mechthild die ihnen aus dem Hof Ransbach (Ramesbach) zustehende Jahres­rente (artnuam pensionem) an das Kloster Haina und leisten Verzicht. — Zeugen: Graf Gottfried vonZiegenbain; Heinrich, sein Notar; Hein­rich von Obenrod d. A., Ortwin gen. Riedesel (Ridesel), die Brüder Wi­gand, Arnold und Ludwig gen. Waldvogel (Waltfogel), Ludwig von Marburg, noch einmal Ludwig von Marburg, Konrad von Erfurtshausen (Ervershusen), Heinrich von Obenrod d. Jg., Konrad gen. Vogel (Fo­gel), Ritter; Wigand Fraß ((..)az), Wäppner; Konrad Münzer (Moneta­rius) d. A., sein Sohn Wigand, Konrad gen. Wibel, Konrad Wasmudl, Ru­dolf Flouge, Schöffen zu Treysa. — Siegler: Graf Gottfried von Ziegen­hain und die Stadt Treysa. — Actum publice Treyse a. d. 1282.

A. Ausf., Perg. — Beide Sg. an Hanffäden anh. 1. RundSg, Graf Gottfrieds (wie zu Nr. 695); 2. RundSg. der Stadt Treysa (wie zu Nr. 561), Rand besdr. Regest: Becker, Riedesel II (UB.), Nr. 24, S. B.

 

766     Treysa  1288 Juli 15

Ritter Rudolf, Konrad, Gerlach, Eckehard und Ortwin gen. Krug (Cruch), Brüder, übertragen gesamter Hand mit ihren Ehefrauen Kuni­gunde, Irmintrud und Rilind ihre sämtlichen Rechte in Kleinode (minori Rode) an Vogtei, Herbergsredit, Äckern, Höfen usw. dem Kloster Haina und erhalten dafür im Tausch die Hälfte der Güter zu Rommershausen (Rumershusen), die das Kloster von Wigand und seinem Sohn Widerold erhalten hatte, mit allen Einkünften und Zinsen.' Für die Vogtei geloben sie Währsdiaft. — Zeugen: Heinrich von Obenrod (Obinrode) d. Ä., Ludwig Waldvogel (Waltvogil), Ortwin Riedesel (Ridesel), Ru­dolf von Leimsfeld (LUmisielt) und Ludwig von Marburg, Ritter; Rudolf Floige, Rudolf vom Hügel (super collem), Konrad Wasmudi, Schöffen; bei der Verzichtleistung der Ehefrauen in domo Ludewici Quanzis: Lud­wig vonLinsingen, Schultheiß zuJesberg; Konrad, Schultheiß zuDoden­hausen (Tudinhusen), Konrad von Mackenzell (Makinee/l(..)/, (R)ü­diger von S(.....). — Siegler: die Stadt Treysa. — Actum in foro Treyse a. d. 1288, feria quinta post beste virginis Margarete.

A. Ausf., Perg., Anfang und Schloß durch Feuchtigkeit besch. — Depos. —Sign.: N. 761.‑ Urspr. ach. Sg. fehlt.

C. Abschrift, Kopfar D 41, Nr. 444 (Zeugenreihe verkürzt).

Regest: Becker, Riedesel 11 (UB.), Nr. 25, S. B.

1 Vgl. bereits Nr, 721, vor allem aber Nr. 761.

 

788    Alsfeld 1290 August 3

Ritter Heinrich gen. Fyneke, seine Ehefrau Agnes und seine Söhne Heinrich und Konrad übergeben die Güter zu Eudorf (Udorf), die sie mit ihrem Geld durch einige Hainaer Brüder (de Haygenehe) hatten ankaufen lassen, zu ihrem Seelenheil dem Kloster Haina (Hagenehe) zu ewigem Besitz.' — Zeugen: Nadung [von Wehrda] 2,  Schultheiß; Rit­ter Ludwig gen. Waltfogel; Bertho von Liederbach (Liderpnch); Konrad gen. Pantkoche, Hartmud Kastelon, Nikolaus Schaufuß (Schaulos), Heinrich Bernts (Bei‑ritten) Sohn. — Siegler: die Stadt Alsfeld. — Da‑(um et actum in A)sveld a. d. 1290, 3. nonas augusti.

A. Ausf., Perg., wegen Moders aufgezogen. — Abh. RundSg. der Stadt Als­feld (wie zu Nr. 334), stark besdr.

Druckt Kndrenbedcer, Analecta Hass. XI, S. 169.

r Vgl. bereits oben, Nr. 654, 662.

º Vgl. St. A. Marburg, Urk. KI. immidrenhain 1294 Sept.25 mit Sg.

 

824      Neustadt 1293 Juni 24

Gerlach, Priester, und seine Brüder Heinrich und ‑ Ditmar von Gleimenhain sowie ihre Mutter Jutta verkaufen gesamter Hand und mit Einwilligung Gertruds, der Ehefrau Heinrichs, ihre sämtlichen Gü­ter zu Gleimenhain mit allem Zubehör an das Kloster Haina. Wegen ihrer Hofstätten zu Udelneroder  wollen sie kein Pfand im Wald neh­men (ru llum pignus in nemore fa©emus), doch werden ihre Landsiedel an ihrem [der von Gleimenhainl Recht festhalten. — Zeugen: Rudolf Krug (Kroch), Schultheiß, Ludwig Waldvogel, Ritter; Albert von En­gelrod (Engelrode), Konrad von Wernswig, Wäppner; Ludwig Hahn (Gallus), Konrad von Gleimenhain a,  Konrad von Rodenhausen, Orte, Schöffen; Hartradb von Momberg. — Siegler: die Stadt Neustadt (Ne­wenstadt). — Actum in Nova clvitate a. d. 1293, in die Johannis bap­tiste.

C. Abschrift, Kopfar K 235 (Gleimenhain), Nr.3.

So C, wohl irrt, für: von Gleimen; vgl. unten, Nr. 858. C setzt Harlmnndus; 'vgl. jedoch unten, Nr, 852 f.

1 Wohl Ottenrode, wüst b. Neustadt.